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Ihre süddeutsche Galerie für den Kauf und Verkauf von Willy Moralt

Willy Moralt

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Willy Moralt

1884 München - 1947 Lenggries, Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

"Als ich vor Jahren einmal in der Friedrichstraße in Berlin promenierte, sah ich im Auslagefenster einer Kunsthandlung ein reizendes Ölgemälde: "Die Post im Walde". Mit vielen anderen Kunstfreunden blieb auch ich begeistert vor der Auslage sthen und hörte meinen Nachbarn ausrufen: "Das ist ein entzückender Spitzweg!" Auch ich war Anfangs derselben Meinung. Als ich aber das am Rahmen des Bildes angebrachte Titelschildchen las, erfuhr ich zum erstenmal den Namen W i l l y  M o r a l t ! Das kleine Messingblech belehrte mich also eines Bessern, oder vielmehr eines Richtigeren. [...] Ich hatte den lebhaften Wunsch, das Bildchen zu besitzen und den jungen Meister Moralt kennen zu lernen. Beide Wünsche gingen baldigst in Erfüllung. [...] Dieses [Buch] soll [...] einen Einblick geben, in das sonnige Schaffen des Großneffen unseres allverehrten Meisters Spitzweg, worin Willy Moralt zeigt, wie viel er seinem großen Vorbild verdankt und daß er diese feinfühlige Malweise und soviel anmutige Motive in unsrer trocknen, nüchternen Zeit wieder ins Leben rief. - [...]

Willy Moralt, geboren am 1. Dezember 1884 in München, als Sohn der kgl. Kammermusikersehegatten Paul und Karoline Moralt, erblickte das Licht der Welt in der Buttermelcherstraße Nr. 9 im dritten Stock, verlebte dann seine Kinderjahre meist am Tegern- und Starnbergersee, kam mit 6 Jahren in die Heiligengeistvolksschule in Mnchen, später in die Lateinschule und das Realgymnasium. - [...]

Sein Vater, der neben seinem musikalischen Berufe, auch ein ausgezeichneter Landschaftsmaler, Schüler Spitzwegs und Christian Morgensterns war, unterrichtete den kleinen Willy, nicht nur im Geigenspiel, sondern auch im Zeichnen [...]. Von Anfang an zeigte der junge Kunstbeflissene mehr Vorliebe für Farbenstimmungen, als für die Zeichenschule, auch erlahmte bei ihm bald die Liebe zur Geige, desto mehr Interesse hatte er für Klavier- und Harmoniumunterricht. Zu seinen vielen Talenten schenkte ihm der Himmel auch eine schöne Gesangsstimme, große Begabung für schauspielerische Darstellung und außergewöhnliches Interesse für Maschinenbau, Technik und Chemie. -

Aber trotz seiner Vorliebe für Musik und technische Versuche, vernachlässigte er seine malerischen Fähigkeiten nicht. Er aquarellierte schon während seiner Gymnasiumszeit für Fachzeitschriften (Reptilien und Fische) und erwarb damit schon seine Erstlingshonorare von 10 bis 40 Mark. Auch Pfeifenköpfe, Buchschmuck und Ansichtskarten gaben ihm neue Erwerbsquellen, wohingegen ihm das Karikieren seiner Professoren nur schlagende Beweise der Anerkennung eintrug.

Der frühzeitige Tod seiner geliebten Mutter im Oktober 1896 hatte eine tiefe Gemütsbewegung im Herzen des zwölfjährigen Jungen wachgerufen und einen Ernst und Eifer in seinem Charakter und Schaffen gezeitigt, der ihm sein ganzes künftiges Leben treu geblieben. Seine Vorliebe für landschaftliche Schönheiten entwickelte sich mehr. [...]

Endlich entschlos sich auch sein Vater [...] ihn zum Kunstmaler ausbilden zu lassen. Im Jahre 1903 kam Willy, nach glücklich bestandener Aufnahmsprüfung, in die Mal- und später in die Componierschule (unter Professor Karl Raupp) an die Malakademie zu München, erhielt schon im ersten Jahr ein Belobigungsdiplom und im zweiten die bronzene Ehrenmedaille. Nach kurzer Zeit verkaufte ihm sein Freund und Berater, der Kunsthändler Demeter, die ersten wohlgelungenen Ölgemälde und brachte den jungen Moralt dadurch zu früher Selbständigkeit.

Auf einem Künstlerfest lernte Willy ein junges Mädchen Namens Anna Schmidt aus Langenisarhofen [Anmerkung: Landkreis Deggendorf] kennen, beide verliebten sich leidenschaftlich ineinander, aber vorläufig aussichtslos, da die Eltern des Mädchen und der Vater des Jünglings, wegen zu großer Jugendlichkeit der Liebenden, einer ehelichen Verbindung entgegen waren. Jedoch Leidenschaft und jugendliche Energie überwanden bald alle Hindernisse und so führte am 25. Januar 1906 der junge Willy seine noch jüngere Anna zum Traualter. [...] Da warf ein schweres Lungenleiden den jungen Ehemann auf das Krankenlager [...].

In dieser Zeit der bittersten Not und Drangsale erwies sich Demeter wieder als treuester Freund und dieser vortreffliche Kunstkenner vermittelte nun den Verkauf der vorhanenen Ölgemälde, hauptsächlich ins Ausland, an fremde Mäzene und Fürstlichkeiten. Nach und nach fanden sich auch in der Heimat Liebhaber für den Moraltschen Genre und und viele erstklassige Privatgalerien räumten seinen Landschaften die besten Plätze ein. Leider nahm das schwere Leiden dem Künstler lange Zeit die Möglichkeit zu reisen und neue Naturstudien aufzunehmen, aber der reiche Schatz seiner alten Skizzenbücher gab ihm den Stoff zu den jetzt so beliebt gewordenen heimischen Genrebildern im Geiste seines Ideals des berühmten Meisters Karl Spitzweg, dessen Auffassung, Farbenharmonie und Maltechnik er mit rastlosem Eifer studierte. Es ist gänzlich verfehlt, Moralts Gemälde Spitzwegkopien zu nennen, sie sind nur im Charakter seines Vorbildes gemalt, denn jede Landschaft, jedes Figürchen, jede Komposition entstammt den Moraltschen Skizzenbüchern, und den reichen Studien, die er auf seinen Reisen mühe- und liebevoll gesammelt.

Gleich seinem Großonkel bereit sich auch Moralt die Farben selbst, da er als ehemaliger Chemiestudierender unter seinem Professor Urban zwei Jahre lang Farbenbereitung erlernt und später auch selbst neue Farbenrezepte entdeckt hat, welche seinen Bildern eine ungewöhnliche Leuchtkraft geben."

(Konrad Dreher, Willy Moralt, Fröhliche Bilder aus sonnigem Leben, Otto Gschlössl (Hrsg.), Knorr & Hirth GmbH, München 1923, S. 5f.).

Ankunft der Postkutsche ⋅ um 1920 Image
Im Angebot
Ankunft der Postkutsche ⋅ um 1920

Öl auf Sperrholz ⋅ 38 x 55 cm

Charakteristische Darstellung im Stile der Spätromantik
Großneffe von Carl Spitzweg, Schüler von Karl Raupp
Erlernte unter Prof. Hermann Urban die Herstellung der Farben, die seinen Werken eine ungewöhnliche Leuchtkraft geben

Fronleichnamsprozession am Chiemsee ⋅ um 1925 Image
Rückblick
Fronleichnamsprozession am Chiemsee ⋅ um 1925

Öl auf Holz ⋅ 35,1 x 52,3 cm

Chiemseefischer ⋅ um 1920 Image
Rückblick
Chiemseefischer ⋅ um 1920

Öl auf Holz ⋅ 14 x 28,5 cm

Die Isar bei Lenggries ⋅ um 1920 Image
Rückblick
Die Isar bei Lenggries ⋅ um 1920

Öltempera auf Karton

Chiemseefischer ⋅ um 1925 Image
Rückblick
Chiemseefischer ⋅ um 1925

Öl auf Leinwand auf Karton ⋅ 54,5 x 65,5 cm

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