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Ihre süddeutsche Galerie für den Kauf und Verkauf von Wilhelm Ludwig Lehmann

Wilhelm Ludwig Lehmann

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Wilhelm Ludwig Lehmann

Wilhelm Ludwig Lehmann wurde am 7. März als Sohn eines Arztes in Zürich geboren. Nach einem abgeschlossenen Architekturstudium wandte er sich 1884 der Landschaftsmalerei zu. Ein Ausflug nach Barbizon südlich von Paris bestärkte ihn in seinem Vorhaben, zumal er durch ein nervöses Augenleiden gezwungen war, den Beruf als Architekten aufzugeben. 

1885 bis 1887 studierte Lehmann an der Karlsruher Kunstakademie bei den Professoren Schurth, Pöckh und Ferdinand Keller. Anschließend setzte er sein Studium an der Münchner Akademie bei Johann Leonhard Raab fort. Im Herbst 1888 wechselte er in Malklasse von Wilhelm von Diez, wo er bis 1890 blieb. Seine Mitschüler waren Max Slevgot, Adolf Hengeler, Fritz Mackensen und Hans am Ende.

1889 lernte Lehmann als Mitglied der "Freitagsgesellschaft" in Zürich den berühmten Maler Arnold Böcklin kennen, auf dessen Veranlassung der Bund im Schweizer Salon in Bern eine der "Tell-Landschaften" von Wilhelm Ludwig Lehmann erwarb. Daraus entwickelte sich eine herzliche Freundschaft zwischen den beiden Malern.

1890 gründete Lehmann zusammen mit den Landschafsmalern Paul Crodel, Bernhard Buttersack, Hans Stockmann und Richard Pietzsch eine kleine Malerkolonie in Schleißheim und Polling bei Weilheim.

Wichtige Impulse für seine Landschaftsmalerei empfing Lehmann von Herman Baisch, bei dem er 1891-1892 als Meisterschüler an der Karlsruher Akademie studierte.

1894-1896 erteilte Lehmann in den Sommersemestern  Landschaftsunterricht an der Zürcher Kunstgewerbeschule. Eine seiner Schülerinnen war Lore Streiff, die er 1899 heiratete.

Studienreisen führten Lehmann in die Bretagne und in die Normandie. 1895 wurde sein Bild "Märjelensee" in Genf mit dem "Calame-Preis" ausgezeichnet. Weitere Ehrungen erhielt er 1900 auf der Internationalen Kunstausstellung in Paris und im Jahr darauf im Münchner Glaspalast. folgten in Paris (1900) und im Münchner Glaspalast (1901). Eine besondere Auszeichnung war 1908 die Ernennung zum Professor durch Prinzregent Luitpold.

1900 wurde Lehmann Mitglied der Münchner Secession. Er beteiligte sich alljährlich an deren Ausstellungen, wurde ihr Schriftführer und Ausstellungsleiter. Auf seine Anregung hin wurden Winterausstellungen eingeführt, zudem war Lehmann maßgeblich an der Gründung der Secessionsgalerie im Jahre 1905 beteiligt.

1903 bis 1905 entdeckte der Künstler die Fraueninsel im Chiemsee als sein bevorzugtes Sommerdomizil, in den Jahren 1906-1908 verbrachte er die Sommer in Etzenhausen und Steinkirchen bei Dachau.

1909 wählte Lehmann aus gesundheitlichen Gründen Davos zu seinem Lebensmittelpunkt, ehe er 1912 wieder nach München zurückkehrte und die Menterschwaige über dem Isartal zu seinem neuen Wohnort wählte.

Im Februar 1917 ehrte ihn die renommierte Galerie Heinemann in München mit einer Einzelausstellung, zu der Fritz von Ostini eine Einführung im Ausstellungskatalog schrieb.

Am 10. November 1918 kehrte Lehmann in die Schweiz zurück. 1923 übernahm er ein Lehramt an der Technischen Hochschule für Architektur- und Landschaftsmalerei, das er bis 1931 ausführte. Lehmann betätigte sich auch erfolgreich als Schriftsteller. Zahlreiche Schriften u.a. über Leben und Werk seiner Freunde Rudolf Koller, Albert Welti, Konrad Grob und Adolf Stäbli, die im Neujahrsblatt der Zürcher Kunstgesellschaft veröffentlicht wurden, haben noch heute ihre Wertigkeit. Im Karlsruher Tagblatt erschienen seine Erinnerung an Wilhelm Volz.

Am 9. März 1932 starb Wilhelm Ludwig Lehmann an den Folgen einer Lungenentzündung, die er sich am offenen Fenster in Rigi-Kaltbad zuzog, nachdem er die mondhelle Winternacht gemalt hatte. Im selben Jahr veranstaltete die Berner Kunsthalle eine Gedächtnisausstellung.

Zeitlebens fand Wilhelm Ludwig Lehmann im Hochgebirge, am Chiemsee, in der Bretagne und Normandie, später auch auf Sylt, seine bevorzugten Motive. "Die Natur bis in ihre zartesten Wirkungen und feinsten Stimmungen treu wiederzugeben, [...] dass auch alle Einzelheiten darin enthalten zu sein scheinen, nichts als unwesentlich stört, sondern alles ein grosses harmonisches Ganzes bildet", war nach Ernst Kreidolf das große Verdienst Lehmanns. (1) Auch Fritz Ostini betonte 1917: "Er sucht die Seele jedes landschaftlichen Charakters zu ergründen, ob er nun die schneegekrönten Bergriesen seiner Schweizer Heimat schildert, unser farben- und formenreiches bayerisches Voralpenland, oder die ergreifende, schwermütige Stille menschenleerer Nordseeinseln". (2)

In impressionistischer Malweise im Nebeneinander locker und temperamentvoll gesetzter Farbflecken hat Wilhelm Ludwig Lehmann die Veränderung der Landschaft durch Licht und Wetter festgehalten. Weniger dem topographischen Detail galt sein Interesse, vielmehr ging es ihm um die Naturbeobachtung und darum, die unwiederbringliche Stunde festzuhalten.

Franz Gailer

1) Ernst Kreidolf, in: Ausst. Kat. Zürich, Wilhelm Ludwig Lehmann, 1938;
2) Fritz von Ostini, in: Ausst. Kat. Bad Aibling, Wilhelm Ludwig Lehmann, Galerie Gailer, Bad Aibling 1987, S. 13.

Winternacht (München) ⋅ um 1905 Image
Im Angebot
Winternacht (München) ⋅ um 1905

Öl auf Leinwand auf Karton ⋅ 44,5 x 64,5 cm*

Der Schweizer war als Mitglied der Münchner Sezession eine prägende Gestalt
Die unwiederbringliche Stunde festzuhalten, war ihm stets vorränig
Als Impressionist visualisierte er die Landschaft mit breitem Pinsel schnell und temperamentvoll

Wolkenstimmung am Chiemsee ⋅ um 1903 Image
Rückblick
Wolkenstimmung am Chiemsee ⋅ um 1903

Öl auf Leinwand auf Karton ⋅ 46 x 65 cm

Sonntagnachmittag auf Helgoland ⋅ 1905 Image
Rückblick
Sonntagnachmittag auf Helgoland ⋅ 1905

Öl auf Leinwand auf Karton ⋅ 45 x 64 cm

Feldeinsamkeit ⋅ 1918 Image
Rückblick
Feldeinsamkeit ⋅ 1918

Öl auf Leinwand

Lesende Frau (Dachau) ⋅ 1906 Image
Rückblick
Lesende Frau (Dachau) ⋅ 1906

Öl auf Leinwand

Bernina-Passhöhe ⋅ 1902 Image
Rückblick
Bernina-Passhöhe ⋅ 1902

Öl auf Leinwand ⋅ 91 x 130 cm

Abendsonne (Bretagne) ⋅ 1898 Image
Rückblick
Abendsonne (Bretagne) ⋅ 1898

Öl auf Leinwand

Winterstimmung am  Zürichsee ⋅ 1923 Image
Rückblick
Winterstimmung am  Zürichsee ⋅ 1923

Öl auf Leinwand

Herbststrauss ⋅ 1917 Image
Rückblick
Herbststrauss ⋅ 1917

Öl auf Leinwand

Münchener Frühling ⋅ um 1905 Image
Rückblick
Münchener Frühling ⋅ um 1905

Pastell

Mondaufgang (Insel Sylt) ⋅ 1930 Image
Rückblick
Mondaufgang (Insel Sylt) ⋅ 1930

Öl auf Leinwand

Märzsonne (Davos) ⋅ 1913 Image
Rückblick
Märzsonne (Davos) ⋅ 1913

Öl auf Leinwand ⋅ 91 x 130 cm