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Ihre süddeutsche Galerie für den Kauf und Verkauf von Otto Hellmeier

Otto Hellmeier

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Otto Hellmeier

1908 Weilheim - 1996 Weilheim

"Wir wissen, dass Bürgermeister Dr. Bauer in seinem Geleitwort zu diesem Katalog nicht „süß“ oder „lieblich“ meint, wenn er Otto Hellmeiers Malerei „schön“ nennt, denn des Künstlers Konzeption ist alles andere als das. Sie ist schön im ureigensten Sinn des Wortes, ohne sich pathetisch oder romantisch zu gebärden. Dieser Maler verfügt über ein todsicheres Gespür für das Wesentliche – und über Geschmack. Über Geschmack in der Auswahl der Motive, Geschmack in der Komposition, Geschmack in der farbigen Modellierung seiner Bilder. Ja, Modellierung; denn sie sind nicht lediglich mit Farben bedeckte Flächen, sondern Darstellungen voll lebendiger Plastizität, Spannung und räumlicher Tiefe.

Über die Versuche, ihn in eine Richtung einzuordnen, lacht der Künstler. Er pfeift auf die Geistreichelein hypermoderner Kunsttheoretiker. Seine Bilder bedürfen ihrer Interpretation nicht. Sie sprechen den unverbildeten, dem künstlerisch Wertvollen aufgeschlossenen Beschauer unmittelbar an. Dass sie von einer echten und tiefen Liebe zur angestammten Heimat zeugen, macht sie uns besonders schätzenswert. Diese Liebe zur Heimat war es auch, die ihn dazu bewog, sich vor gut zehn Jahren in der Nachbarschaft seiner Geburtsstadt, in Raisting, niederzulassen. Nicht um sich auf den in München reichlich erworbenen Lorbeeren auszuruhen, sondern um auf diesem hübschen Fleckchen Erde neue Impulse für sein Schaffen zu empfangen. Es ist der Stadt Weilheim hoch anzurechnen, dass sie ihrem Sohn zu seinem 60. Geburtstag Gelegenheit gibt, ihrer Bürgerschaft Einblick in dieses Schaffen zu gewähren.

In der Fasser Straße 2 am Weilheimer Gögerl, wo der Ortssage nach Hexen ihr Unwesen treiben sollen, ist Hellmeiers Geburtshaus. Gögerl-Hexen hin, Gögerl-Hexen her – an seiner Wiege standen nicht sie, sondern die Musen der Musik und der Malerei, denen er Zeit seines Lebens mit Hingabe dienen sollte. In Weilheim fand er dazu leider keine Gelegenheit, denn als der kleine Otto gerade begonnen hatte, die würzige Luft des Pfaffenwinkels zu atmen, wurde sein Vater als Postbeamter nach München versetzt. Dort besuchte er mit uns die höhere Schule. Nach Verlassen derselben trennten uns auf Jahre die Wege.

Auf Umwegen erfuhren wir später, dass er sich der Musik zugewandt habe und nach Abschluß des Konservatorialstudiums ein gesuchter Instrumentalist geworden sei. U. a. wurde in Rundfunksendungen häufig sein Name als Soloklarinettist genannt und als wir wieder regelmäßig zusammentrafen, erwähnte er so beiläufig, dass er überall dort, wo er seine Freizeit verbringt oder als Gast auswärts musiziert, auch im Ausland, stets Stift und Malzeug mit sich führe. Erst als die ersten Hellmeier-Bilder im Münchner Kunsthandel und bald auch in Ausstellungen auftauchten, wurde die Zweigleisigkeit seines künstlerischen Wirkens einer größeren Öffentlichkeit bekannt.

Es ist typisch für diesen alle Halbheiten hassenden Mann, dass er sich als Maler nicht damit begnügte, Autodidakt zu sein. Der durch seine koloristische Delikatesse bekannte Carl Otto Müller (seit Jahren Präsident der Neuen Münchner Künstlergenossenschaft) und Professor Wilhelm Funk, ein Impressionist von internationalem Ruf, waren seine Lehrer, die ihm ein vorzügliches Rüstzeug vermittelten. Nach Verlassen ihrer Schule erklomm er sodann immer neue Höhen malerischen Könnens, jede Stufe des Fortschritts mit eminentem Fleiß erkämpfend. Reisen in die Schweiz, nach Österreich, Frankreich, Italien, und Spanien stillten seine Sehnsucht nach der Ferne, in die es, vor allem in ihrer Entwicklung, die guten Maler seit eh und je getrieben hat. Seine Liebe zur oberbayerischen Heimat erlitt dadurch keine Einbuße.

Hier die Musik, dort die Malerei – Hellmeier brachte es fertig, in beiden Disziplinen gleichzeitig Hervorragendes zu leisten. Als aber die Nachfrage nach seinen Bildern immer größer wurde, entschloss er sich als Fünfziger, das Musizieren als Beruf aufzugeben, um sich fürderhin ausschließlich der Malerei zu widmen. Untreu wurde er der Musik deshalb nicht. Für Mußestunden sind nach wie vor Klarinette und Steinway-Flügel im Ausstellungsraum seines Raistinger Atelier griffbereit. Dass Hellmeier sich der Malerei zuliebe aus der Turbulenz der Großstadt in den Geburtsort seiner Mutter nach Raisting zurückzog, tat seiner Popularität keinen Abbruch. Kunstfreunde und Kunsthändler aus Deutschland, dem europäischen und überseeischen Ausland finden auch weiterhin, ja in noch reicherem Maße als früher zu ihm. Dass sein Kontakt zu München nicht verloren gegangen ist, beweist die Tatsache, dass im Haus der Kunst auch heuer ein Hellmeier-Gemälde schon kurz nach Eröffnung der großen Sommerausstellung verkauft war.

Aus München kommen zu Otto Hellmeier auch Malschüler nach Raisting. Nur eine Handvoll, denn zur Betreuung einer größeren Zahl fehlt dem Meister die Zeit. Er ist ihnen ein ebenso kameradschaftlicher wie strenger Lehrer. Im Ammermoos waren wir kürzlich Zeuge, als er ihnen – von Staffelei zu Staffelei gehend – demonstrierte, wie man ein Bild „baut“, wie man nicht sklavisch die Natur „abmalt“, sondern individuell zu deuten versucht, wie man sich der Kunst des Weglassens bedient und wie man sich der Bildkomposition zuliebe auch einmal eine Baumgruppe nach links oder rechts verschieben oder ganz weglassen darf. Dabei erlebten wir unter anderem, wie schwer es am Anfang für den begabten Schüler ist "farbig" und „bunt“ zu unterscheiden und die Zwischentöne ausfindig zu machen, die Hellmeiers Bilder so subtil harmonisieren.

Weil Hellmeier sich nur im Stillen als Pädagoge betätigt, war er erstaunt, daß man davon auch anderwärts (sogar im Ausland) Wind bekommen hat. Wahrscheinlich auf Grund einer Empfehlung von ihm unbekannter deutscher Seite richtete vor wenigen Wichen das CENTRO CULTURAL DE IDOMAS in LA Nucia (Alicante), eine im Aufbau begriffene internationale Akademie für Kunst und Wissenschaften, an ihn die Anfrage, ober er dort eine Mal-Professur übernehmen wolle. Trotz der Freude über dieses Anerbieten lehnte Hellmeier ab. Hätte er doch bei einer Zusage alljährlich – herausgerissen aus dem Rhythmus seines Schaffens – mehrere Monate in Spanien verbringen müssen. […]

Dem wäre anzufügen, daß Otto Hellmeier wie kaum ein anderer das Phänomen des Atmosphärischen wahrzunehmen weiß, die jahreszeitlichen Stimmungen von Frost und Schwüle, von Sonne und Föhn, und daß er wie selbstverständlich die scheinbaren Gegensätze des malerisch Bewegten und eines großzügigen Bildaufbaues zu vereinen weiß. Ich betonte (wie auch Weilheims Bürgermeister) die Ehrlichkeit der Hellmeierschen Malerei. Er hat nie nach den neuen Moden geschielt, die sich auch in der Kunst besorgniserregend ablösen, und nie alle Daumenlang anders gemalt, wie das aus Angst vor dem Odium der „Rückständigkeit“ so viele seiner Kollegen tun. Er ist sich stets treu geblieben und kann deshalb eines nicht: Malen was seinem Talent und seiner Eingebung widerspricht. Ihn ekelt – wie schon erwähnt – vor der malerischen Scharlatanerie, die heute bei den Snobisten so hoch im Kurs steht. Hellmeier zählt zu den wenigen, denen es – unbeirrt durch den Meinungsstreit des „Ismen“ – gelang, eine solide Brücke von der Tradition der berühmten Münchner Schule zu neuen, aber nicht umstürzlerischen Ausdrucksmitteln zu schlagen.

Bilder von Otto Hellmeier befinden sich im Besitz der Münchner Städtischen Galerie, der Stadt München, der „Freunde des Hauses der Kunst“, der Krauss-Maffei AG, München, zahlreicher Sammler und Kunstfreunden im In- und Ausland."

(Eduard Steiner, in: Sonderausstellung in der Pausenhalle der Weilheimer Knaben-Volksschule anlässlich des 60. Geburtstages des in Weilheim geborenen Künstlers Otto Hellmeier, Weilheim 1968, S. 3f.)

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