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Ihre süddeutsche Galerie für den Kauf und Verkauf von Hermann Koch

Hermann Koch

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Hermann Koch

1856 Dömitz in Mecklenburg - 1939 München

Nach künstlerischen Anregungen durch seinen Vater, den Architekten und Oberlandbaurat Friedrich Koch, ließ sich Hermann Koch zunächst von 1875 bis 1877 als Bildhauer an der Nürnberger Kunstschule bei August von Kreling ausbilden. Koch trat dann aber zur Malerei über und wechselte 1877 an die Münchner Akademie, wo er bis 1882 bei Ludwig von Löfftz und Wilhelm von Lindenschmit d. J. studierte.

1883 debütierte Koch auf der internationalen Kunstausstellung im Glaspalast mit dem heute verschollenen Bild „Tintoretto, die Leiche seiner Tochter malend“ und „Ave Maria“. Bis 1922 beschickte er mit Unterbrechungen die Glaspalast-Ausstellungen der Münchener Künstlergenossenschaft, deren Mitglied er war. Zudem wirkte er jahrelang als Juror im Glaspalast und der „Ständigen“ Kunstausstellung. Daneben beteiligte er sich wiederholt an Kunstausstellungen in Berlin (mit Ausnahmen 1884-1913), Dresden (u. a. 1889, 1909), Düsseldorf (u. a. 1907), Antwerpen, Wien (u. a. 1892, 1893, 1909) und London.

Koch stellte die Genremalerei ins Zentrum seines Schaffens. Seine virtuose, offene Malweise, die jedoch immer dem Ideal einer realistischen Gegenstandswiedergabe verpflichtet blieb, seine Detailgenauigkeit sowie die koloristische und technische Ausführung seiner Gemälde machte auf den Ausstellungen großen Eindruck. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Einer „Ehrenvollen Erwähnung“ auf der Berliner Kunstausstellung 1892 folgte 1905 die Auszeichnung mit der Goldenen Medaille auf der Ausstellung im Münchner Glaspalast. Auf der Weltausstellung in Antwerpen erhielt er zudem die II. Goldene Medaille für das Bild „Begräbnis einer Klosterschwester auf Frauenchiemsee“, eines seiner bekanntesten Werke.

Ein anderes Hauptwerk, „Das Echo“ (eine lauschende jungfräuliche Gestalt im Walde), heute im Landesmuseum Schwerin, brachte dem Maler auf der Münchener-Jubiläums-Ausstellung 1888 glänzende Kritiken ein: „Dass er die Bildhauerei (unter Kreling in Nürnberg) studirt und ausgeübt hatte, ehe er sich 1876 der Malerei zuwendete, in welcher Löfftz und Lindenschmit in München seine Meister wurden, hat sehr wahrscheinlich dazu beigetragen, jenen feinen und bestimmten plastischen Formensinn in ihm auszubilden, welcher sich in der Darstellung dieses schlanken, edeln, jugendlichen, verklärten Nymphen-Leibes eben so erfreulich offenbart, wie die lebhafte Empfindung für Adel und Harmonie der Farbe.“¹

Ankäufe tätigten ferner Kaiser Wilhelm II, Kaiserin Elisabeth von Österreich („Ingeborg am Meer“, 1886) und Prinzregent Luitpold von Bayern („Die Benediktinerinnen zu Frauenchiemsee“, 1909).

Viele seiner Gemälde finden sich als Reproduktionen in den bekannten Zeitschriften der damaligen Zeit ,u. a. „Die Gartenlaube“, „Über Land und Meer“, „Illustrirte Zeitung“ und machten den Künstler einem größeren Publikum bekannt.

Koch malte auch Blumen- und Früchtestilleben und trat mit Damenporträts hervor, u. a. die Gräfin Hohenthal-Güchau, die Comtesse Hohenthal und Bruder, Frau Dr. Ritter.

Nach der Jahrhundertwende wandte sich Koch vermehrt der Landschaftsmalerei zu und verarbeitete Impulse der Freilichtmaler. Seit 1879 besuchte er alljährlich für mehrere Wochen mit Kind und Kegel Frauenchiemsee, wo er beim Neumair Unterkunft fand. In Karl Raupp gewann er einen Freund und Gleichgesinnten.

Die Künstlerchronik Frauenchiemsee berichtet über manche Begebenheiten. Kochs Stoßseufzer: „Jessas! Da kommt scho’ wieder a Moler!!“ ist überliefert. Es zeigt den langen Koch, einem Leuchtturm gleich, den Blick von der Fraueninsel über den See gerichtet. Die Ankunft des Malerkollegen Dieffenbacher, der die Inseleinsamkeit im Frühjahr aufhob, entlockte Koch diese ungalante Begrüßung. August Dieffenbacher hat den Vorfall 1889 für die Chronik illustriert.²

In Kochs Schaffen lassen sich außer den bereits genannten noch einige Beispiele finden, die das klösterliche Leben auf Frauenchiemsee zum Thema haben: „Im Gebet“ (1889), „Die Nonnen von Frauenwörth“ (1905), „Die Alte von Frauenchiemsee“ (1909), „Klosterfrieden“ (1913).

Anmerkungen:
¹ Ludwig Pietsch, Die Malerei auf der Münchener Jubiläums-Kunst-Ausstellung 1888. München 1888/89, S. 28.
² Karl Raupp und Franz Wolter (Hrsg.), Die Künstlerchronik von Frauenchiemsee. München 1924, S. 40, 146-147.

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