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Ihre süddeutsche Galerie für den Kauf und Verkauf von Hans Haffenrichter

Hans Haffenrichter

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Hans Haffenrichter

1897 Würzburg - 1981 Prien am Chiemsee

"Ich male zu meinem Vergnügen und zu dem meiner Freunde. Obwohl ich die Welt immer mehr liebe, je besser ich sie sehen und verstehen lerne, ist es nicht meine Aufgabe, sie abzubilden. Mein Auftrag ist es, etwas ganz Persönliches beizutragen. Ich musiziere in Farben mit immer neuen Melodien und Tonarten zu "Seinem Lobe und zu "Seiner Glorie."

Manchmal sind meine Bilder Berichte von Entdeckungsfahrten in unbekannte Regionen unserer Innenwelt. Oft sind es auch nur kleine Gedichte in einer für den Verstand nicht zu begreifenden Sinnsprache - die verstehen allerdings meine liebsten Partner und auch die Kinder unmittelbar. Es sind farbige Lieder ohne Wort, einfach fürs Herz." (Hans Haffenrichter, 1976)

1897
geboren am 31. August in Würzburg
1919-20
Kunstschule Nürnberg
1921-24
Staatliches Bauhaus Weimar
1924-25
Königliche Kunstakademie Kopenhagen
1927-31
Leiter der Kunstschule "Der Weg" in Berlin
1931
Ernennung zum Professor an der Pädagogischen Akademie in Elbing, Westpreußen
1933-45
Freischaffender Künstler in Berlin
1945-61
Wohnsitz in Heidelberg
1949-52
Leiter der Abteilung Malerei an der Werkkunstschule in Wiesbaden.
1961
seither Wohnsitz in Hittenkirchen am Chiemsee
1981
gestorben am 22. Februar in Prien am Chiemsee

"Ich möchte einmal darlegen, welchen Weg ich selber die vielen Jahre genommen habe. Es zeichnet sich hier zuerst eine Phase ab, in der ich zur ausdrucksstarken Expression der Malerei kam. Nach dem 1. Weltkrieg, an dem ich sehr jung teilnehmen mußte, war ich stark beeindruckt durch Rainer Maria Rilke und Martin Buber. Das führte zu einer neuen Orientierung im Bewußtsein. [...] Wie ich schon erzählte, fiel auch in diese Zeit das Erlebnis des Isenheimer Altars, das meinem Weg einen ganz neuen Impuls gab. Der Wunsch, Maler zu werden, wurde nun zu einem inneren, unbedingten Auftrag.

Die 2. Phase, würde ich sagen, war dann bestimmt durch mein Studium am Bauhaus, wobei die wichtigsten persönlichen Begegnungen mit meinem Lehrer Lothar Schreyer, mit Paul Klee, mit Oskar Schlemmer, mit Wassily Kandinsky, mit Georg Muche, mit Lyonel Feininger von besonderer Bedeutung waren. Dazu kam eine eigenartige Einführung in das Wesen der Farbe an sich durch Meditationen bei unserer Meisterin Gertrud Grunow.

Als 3. Phase formte sich ein neues Thema, als innerer Auftrag. Nach den Erlebnissen des Bauhauses und seiner Ideen und dem Studium der Metamorphosen-Lehre von Goethe bewegte es mich, das Thema, die Genesis, also die Schöpfungsgeschichte, mit neuen Mitteln zu gestalten. Die Frage nach dem Ursprung wurde zentrales Thema. Schon früher hatte ich eine Reihe von Bildern gemalt, die ich "Geburt der Blume" nannte; eine zweite Reihe "Die Kosmogonie der Pflanzen". Einige Jahre später entstand dann die Idee, einmal das Leben einer Pflanze in allen ihren vielen Stadien darzustellen, und zwar wählte ich das Leben der Roggenpflanze. In dieser Arbeit wurde ich unterstützt von einem sehr guten Biologen, der mir die Geheimnisse des Wachstums, der Assimilation und der Befruchtung auch geistig nahebrachte.

Die 4. Phase führte mich über die Welt der Pflanzen weiter in die Welt der Kristalle und der kristallinen Strukturen, der Strukturen von Steinen und Metallen. Die Chemie und die Physik boten mir Einblick in das Wesen der Stoffe und der Stoffverwandlung. Glücklicherweise kamen nun auch Aufträge von auswärts, die mich mit diesen Dingen näher befassen ließen. Die Chemische Industrie hatte mich beauftragt, Stoffverwandlungen, Synthese von Stoffen, katalytische Weise der Entstehung, z. B. der Hydrierung von Benzin und ähnlichen Themen grafisch darzustellen. Danach folgte ein wichtiger Auftrag der Forschung, nämlich, die Atome und Moleküle nach Vorstellungen der Wissenschaftler ebenfalls grafisch darzustellen. Damals gab es noch nicht die Fotografie der im Feldelektronenmikroskop gewonnenen Bilder, so daß nur die Vorstellungen der Wissenschaftler allein und meine Vorstellungsmöglichkeiten zu Bildern führen konnten. Es war also auch eine Art von Meditaion nötig und es hat Wochen gedauert, bis die ersten Bilder von dieser geheimnisvollen Welt entstehen konnten.

Auch andere Industrieaufträge, z. B. für die Elektrizitätswirtschaft, gaben mir interessante Anregungen, so etwa, das Wesen der Elektrizität im Bild zur Darstellung zu bringen. Einige große Mosaiken in Kraftwerken sind daraus entstanden. Dabei war es auch wieder mehr das dynamische Element, das hier zum Ausdruck kommen mußte, z. B. bei einem großen Glasfenster über die Umwandlung des fallenden Wassers in elektrische Energie bei Pumspeicherwerken, wie dies in Hamburg-Geesthacht an den Wänden zu sehen ist. [...]

Die 5. Phase, die nun beginnt, läßt spürbar eine Erweiterung des bisherigen Schaffens erkennen, denn es führt in Farbe und Form zu unmittelbarer Aussage aus der Tiefe der inneren Natur des Menschen. Die Farbe ist jetzt Element der Aussage, im freien Geistbereich musiziert sie das "Wesen" der Natur. Darauf folgen rhythmische Intentionen, Improvisationen. Das sind ihre Ausdrucksformen. Daneben entstehen weiterhin Bilder zu den bisherigen Themen - vor allen Dingen zur Schöpfungsgeschichte, dem Kristallbereich oder auch dem Figuralen, den Begenungen im Menschlichen.

6. Phase: In einer weiteren Phase wird nun aufgrund der neuen Freiheit im farbigen Bereich das Meditative und die Transzendenz, das Visionäre, stärker in den Vordergrund gehoben. Dabei helfen Gespräche mit Philipp Dessauer, mit Jean Gebser und anderen Freunden zu immer stärkerer Intensivierung. [...]

Nun wäre noch einiges zu sagen zur gegenwärtigen Phase, die mich sehr erfüllt mit neuen Bildern, die fast alle unter dem Thema: "Sphäre" stehen. Die immer neuen Variationen dieser Reihe "Sphäre" sind Ergebnisse eines gesammelten Eingehens auf das große Thema, das mit "Ursprung" und "Ursprungsnähe" begann und nun über ein Jahr immer aufs neue zum Heben neuer Bilder führte. Sie entstanden also als intuitive Wahrnehmung aus dem Grunde des Menschen und in seinen tiefen Dimensionen. Wenn sie glücken, sind sie gleichnishafte Dokumente der Innenschau und wecken den Sinn für das Kosmische der menschlichen Natur. Dr. Linnenkamp nannte diese Bilder "Imaginären Realismus". Was wie Farben- und Formenspiel anmutet, ist getragen von einer inneren Führung. Diese Bilder spiegeln auch die Erlebnisse der Transzendenz der Kräfte, der wirkenden Kräfte, des inneren Kosmos - oft in Verwandlung - wieder. Sie sind Ausstrahlung der geistigen Quelle, der Intuition [...].

(Hans Haffenrichter, Woher die Bilder kommen, Gedanken über Kunst und Mediation, Herausgegeben von der Religiösen Gesellschaft der Freunde (Quäker) 1976).

Harte Kanten mit Blau  ⋅ um 1970 Image
Rückblick
Harte Kanten mit Blau  ⋅ um 1970

Tempera ⋅ 25,5 x 18 cm*

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