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Rottmann, Leopold

Leopold Rottmann

1812 Heidelberg – 1881 München

 

Geboren am 2. Oktober 1812 in Heidelberg als jüngerer Bruder Carl Rottmanns. Seine erste malerische Ausbildung erhielt Leopold bei Jacob Roux in Heidelberg. Ab 1830 wurde sein Bruder Carl in München sein Lehrer. 1834 machte Leopold Naturstudien in den bayerischen und Salzburger Alpen. Im selben Jahr stellte er sein erstes Bild „Der Unterberg von Berchtesgaden aus gesehen“ aus. Die Motive seiner frühen Bilder bis 1850 entstammen fast alle der Salzburger und Berchtesgadener Gegend. Sie sind von der heroischen Landschaftsauffassung seines Bruders Carl beeinflusst. Doch zeigen Leopold Bilder und vor allem seine Aquarelle ein zunehmendes Interesse an den natürlichen Erscheinungen des Lichts. Sein Bruder Carl dagegen steigerte das Licht, um ihm inhaltliche Bedeutung zu verleihen. Einzelheiten auf Leopolds Bildern – etwa Felsen und Bäume – sind weicher und unschärfer aufgefasst als bei seinem Bruder. 1860 kopierte Leopold die italienischen Landschaften von Carl Rottmann in den Münchner Hofgartenarkaden, die er 1872-1873 restaurierte. Er fertigte auch Kopien der griechischen Landschaften seines Bruders. Im Jahre 1840 wurde Leopold Rottmann Lehrer an der Münchner Akademie. Seine Lithographien von Ansichten aus dem Salzburger Land wurden 1838 und 1841 mit den Georg Petzoldts (1810-1878) veröffentlicht. Seit den fünfziger Jahren widmete er sich vor allem der Aquarellmalerei. Vom bayerischen Hof erhielt er 1854 und 1858 zwei größere Aufträge für Aquarellzyklen: Die Jagdgründe Maximilians II. und Ansichten aus den Tiroler, Schweizer und Bayerischer Alpen. Sie wurden für das kgl. Kupferstichkabinett, die heutige Graphische Sammlung. In München angekauft. In diesen großformatigen, aber kleinteilig durchgeführten Aquarellen überwiegen zunehmend die Brauntöne im Gegensatz zu den früheren Bildern, wo grüne, blaue und gelbgrüne Töne vorherrschen. Leopold Rottmann wurde Zeichenlehrer König Ottos von Griechenland und des Prinzen Luitpold. 1868 wurde er zum Hofmaler ernannt. Gestorben am 26. März 1881 in München

 

(Aus: Neue Pinakothek München, Spätromantik und Realismus, Band V, hrsg. von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, S. 426, Hirmer Verlag GmbH, München 1984)

Hohen- und Niederaschau

Hohen- und Niederaschau

Aquarell