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Maxon Wilhelm Georg

Wilhelm Georg Maxon

Wilhelm Georg Maxon
1894 Bayreuth - 1971 Weisham/Chiemsee

Für die Entwicklung der Kunst des Chiemgaus im 20. Jahrhundert spielt besonders ein Mann eine große Rolle – die 1894 in Bayreuth geborene Künstlerpersönlichkeit Wilhelm Georg Maxon. Maxon ist kein Revolutionär, der die Dinge neu erfindet. Im Gegensatz zu den vielen Kollegen seiner Zeit steht seine Malerei dem Impressionismus beharrlich antagonistisch entgegen. Und doch ist Maxon in gewisser Weise ein Vorkämpfer. Die Scherben, die der Erste Weltkrieg von der Kunst hinterließ, fügte er 1919 mit der Gründung einer Kunstschule in München und einer Sommermalschule in Weisham bei Prien langsam wieder zusammen. Den Dienst des Lehrenden führt Maxon bis zu seinem Tod 1971 weiterhin intensiv aus. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg, während dem er – als entartet eingestuft - nur im Verborgenen produzieren konnte, war es Maxon, der in Prien 1945 den Kulturkreis Chiemsee ins Leben rief und daraufhin die erste deutsche Kunstausstellung nach dem II. Weltkrieg initiierte.

Maxons Malerei besticht nicht durch das Zusammenspiel vieler komplementär zueinander stehender Farben. Seine Bilder sind in beherrschten, natürlichen Tönen gehalten. Maxons Malerei überzeugt vielmehr durch ihre Harmonie  - oder, wie im Falle des Documentum humanum, durch geplante Disharmonie. Die Ausdrucksstärke seiner Bilder und die Aussagekraft, die hinter diesen steht, bilden das künstlerische Charakteristikum des von Maxon Dargestelltem. Hierbei verstand er es, sich von medialer Beschränkung zu befreien und sich auf mannigfaltigste Weise zu verwirklichen. Neben vielerlei kleinformatigen Gemälden schuf Maxon ebenfalls Zeichnungen, Fresken und gar eine eigene, kleine Kapelle in Weisham. Letzteres war dem Bayreuther, der in Weisham bei Prien seine zweite Heimat gefunden hat, aber auch durch den Beruf des Vaters (Bauamtsleiter) in die Wiege gelegt.

Aber nicht nur Architekturbilder, die er auf seine Reisen fertigte, waren ihm ein besonderes Anliegen, sondern gleichfalls auch seine Aktstudien – eine Ode an das weibliche Geschlecht und gleichzeitig der Versuch dem menschlichen Körper gleichzukommen. „Er liebte diese Akte, die er immer wieder ausstellen wollte, wohl weil sie ihm seine eigene Könnerschaft stets aufs Neue bestätigten."(1) Als ihm 1954 das Bundesverdienstkreuz erster Klasse in „Würdigung der künstlerischen Arbeit und für hervorragende Verdienste auf kulturpolitischem Gebiet"(2) verliehen wird, offenbart er in seiner Dankesrede die Stellung, die die Kunst ein seinem Leben einnimmt: „Wir Künstler haben die Verpflichtung, im ganzen Leben dem Positiven zum Durchbruch zu  verhelfen, denn ohne Kunst wäre unser Leben arm."(3)

Franz Emanuel Maria Gailer

1) Heinrich Frieling: Wilhelm G. Maxon (1894-1971), Prien o.J., S. 2.
2) Christine Wallner: Wilhelm Georg Maxon, 1894-1971, in: Kat. Ausst. Wilhelm Georg Maxon und sein Dokumentum Humanum, Prien 2012, S. 5.
3) Ebd.

Akt, hockend

Akt, hockend ⋅ 1957

Öl auf Hartfaser ⋅ 32 x 40 cm

Geborgen (Entwurf für ein Mosaikbild)

Geborgen (Entwurf für ein Mosaikbild) ⋅ um 1955

Tempera ⋅ 93 x 61 cm

Akt

Akt ⋅ 1955

Tusche, coloriert ⋅ 40 x 32 cm

Sich Entkleidende

Sich Entkleidende ⋅ 1955

Tusche, coloriert ⋅ 40 x 32 cm

Akt in Gelb

Akt in Gelb ⋅ 1956

Pinsel, coloriert ⋅ 32 x 40 cm

Akt, stehend

Akt, stehend ⋅ 1965

Tusche, Kohle ⋅ 63 x 45 cm

Liegender Akt

Liegender Akt ⋅ 1962

Öl auf Hartfaser ⋅ 52 x 64 cm

Hockender Akt

Hockender Akt ⋅ 1959

Öl auf Hartfaser ⋅ 50 x 40 cm

Paris - Sacré-Coeur am Montmartre

Paris - Sacré-Coeur am Montmartre ⋅ um 1950

Öl auf Hartfaser ⋅ 54,5 x 70 cm

Akt, liegend

Akt, liegend ⋅ 1951

Öl auf Karton ⋅ 32 x 40 cm

Akt mit verschränkten Armen

Akt mit verschränkten Armen ⋅ 1951

Öl auf Hartfaser ⋅ 40 x 32 cm